BoGy

BoGy 2010Bierproben entnehmen statt im Klassenzimmer sitzen. Was für viele Schüler eine Wunschvorstellung bleibt, wurde für Marvin Gimbel und Jan Hofmann im Rahmen der diesjährigen Berufsorientierung an Gymnasien (BoGy) zum Arbeitsalltag. BoGy wird seit 2001 am Matthias-Grünewald-Gymnasium für die zehnte Klassenstufe angeboten. Ziel ist ein Einblick in das Berufsleben, der den Jugendlichen während ihrer schulischen Ausbildung oftmals fehlt.

„Aufgrund der sich ständig wandelnden und weiter differenzierenden Berufswelt und der zum Teil immer noch recht schwierigen Situation am Arbeitsmarkt ist heute Berufsorientierung vielleicht notwendiger als früher“, sagt Oliver Roß, Lehrer am MGG und BoGy-Koordinator. BoGy bot dieses Jahr 62 Schülern die Möglichkeit, sich in einem Betrieb der Wahl selbstständig zu bewerben, um so mehr über die eigenen Interessen und Fähigkeiten herauszufinden. Diese Chance ergriffen Marvin Gimbel und Jan Hofmann, die sich für ein Praktikum in der Distelhäuser-Brauerei entschieden. Dort konnten sie alle Bereiche des Betriebes kennenlernen, die man auch in der Ausbildung zum Industriekaufmann durchläuft. So erfuhren sie, wie man Bier braut, oder halfen in der Verwaltung. Sich mit allen Bereichen eines Betriebes auszukennen, ist grundlegend, findet Oliver Dietrich. „Dann weiß man Bescheid, wenn man nach seinem Arbeitsplatz gefragt wird.“ Er betreute die beiden Praktikanten zusammen mit Dana Stein. Sie hält BoGy für sehr sinnvoll, wünscht sich aber eine längere Praktikumszeit für die Schüler: „Es ist für die Betriebe besser, wenn man Praktikanten über einen längeren Zeitraum bei sich hat, damit man Zeit hat, ihnen mehr zu vermitteln.“

Vom Wert des Berufspraktikums ist auch Oberstudiendirektor Josef Münster überzeugt. Der Schulleiter betont: „Die Schüler entscheiden am Ende der Klasse 10, welche Kurse sie in den folgenden Jahrgangsstufen besuchen werden. Sie treffen damit eine Entscheidung für die letzte Phase ihrer Schullaufbahn und auch für ihren beruflichen Werdegang. Die Klassenstufe 10 ist deshalb am besten geeignet, um praktische Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln.“ Die Schüler sind derselben Meinung. „Die zehnte Klasse ist gut, weil man dann genau das richtige Alter für ein Praktikum hat. Man ist nicht mehr zu jung und man ist auch noch nicht so im Stress wie in der Oberstufe“, sagt Luisa Knecht. Sie hat ihr Praktikum im Vital Centrum des Olympia-Stützpunktes absolviert. Dort durfte sie beispielsweise am Empfang aushelfen oder den Angestellten beim Behandeln der Patienten über die Schulter schauen. Weil sie sich sehr für den Bereich Gesundheit interessiert, hat sie im Telefonbuch nach Betrieben in der Gegend gesucht.

„Man schafft es nicht immer, sein BoGy im persönlichen Traumberuf zu machen. In diesem Fall sollte man versuchen, ein Praktikum in einem ähnlichen Berufsfeld zu finden. Wer zum Beispiel Musiker werden will, wird kaum die Chance bekommen, sein BoGy bei einer Band zu machen, kann allerdings in die Arbeit als Tontechniker reinschnuppern“, schlagen die Schüler vor.

Alle am BoGy teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren sich einig. „Das Berufspraktikum ist eine Chance, die man unbedingt nutzen soll.“ Denn BoGy ist viel mehr als bloße Abwechslung vom Schulalltag. BoGy ist eine wertvolle Investition, die sich bei den Schülern sicher in ihrem späteren Leben bezahlt macht.

Für alle, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen, ist das BIZ die richtige Anlaufstation.

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