Konzert des Neigungskurses Musik 2009

Musik zauberte magische Momente

Neigungskurs Musik 2010Neun junge Frauen und Männer des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Tauberbischofsheim und des Laudaer Martin-Schleyer-Gymnasiums zeigten an einem  Vorspielabend im Rathaussaal ihr musikalisches Können. Das Publikum bekam anspruchsvolle Musik auf hohem Niveau dargeboten – ein Kunstgenuss, der sonst nur dem kleinen Prüfungsgremium vorbehalten ist.

Neun Musikerpersönlichkeiten mit unterschiedlichen Instrumenten thematisch unter einen Hut zu bringen, ist kein einfaches Unterfangen. Die Akteure des von Studienrat Felix Krüger geführten Neigungskurses Musik haben gleich gar nicht den Versuch unternommen. Für die Zuhörer ergab sich dadurch die reizvolle Gelegenheit, einen facettenreichen Einblick in nahezu alle Epochen der Musikgeschichte zu erlangen.

Gegensätze überwand Nadine Krist mit ihrem Gesangsvortrag. Die Arie „Er weidet seine Herde“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ war musikalisch geformte Theologie. Erik Saties „Jeux te veux“ entpuppte sich als sentimentaler langsamer Walzer. Am Klavier wurde sie von Jessica Leicht begleitet.

Rebecca Rapp entlockte ihrem Altsaxophon mit grifftechnischer Beweglichkeit einen satten Klang von großer Ausdrucksstärke. Das Spektrum ihrer Darbietung reichte vom „Allegro“ aus Johann Sebastian Bachs „Sonate in g-Moll“ über Darius Milhauds „Scaramouche“, eine von Polytonalität und Jazzeinflüssen geprägte Komposition, bis hin zu Phil Woods „Sonate für Altsaxophon und Piano“ (Klavier: Carolin Leyh und Bärbel Mitsch).

Als polyglotte Gesangsvirtuosin erwies sich Katharina Seelmann. Edith Piafs „La vie en rose“ und Charles Trénets „La mer“ waren eine Hommage an das französische Chanson. In das Zeitalter des italienischen Barocks entführte Alessandro Scarlattis „Le violette“. Mitch Murrays Ballade von Bonnie und Clyde war der traurige Abgesang auf das berühmte amerikanische Gangsterpärchen (Klavierbegleitung: Claudia Bähr).

Lisa Bauer hatte musikalische Trouvaillen aus verschiedenen Epochen für sich entdeckt. Ihr Beitrag umfasste Werke wie den zweiten Satz aus Camille Saint-Saëns’ „Sonate für Oboe und Klavier“, Christian Geists „Andante pastorale“ und Benjamin Brittens „Wespe“, die erstaunliche Klangskizze eines Insektes. Am Klavier begleitete sie Carolin Leyh.

Große Könnerschaft demonstrierte Daniel Heffner. Artie Shaws Klarinettenkonzert nutzte er, um virtuos den ganzen Klangreichtum dieses Blasinstruments unter Beweis zu stellen (Begleitung Carolin Leyh und Martin Scheffel). Ruhigere Töne schlug er bei Heinz Boths „Blues in Bb“ an. Das Duett spielte er gemeinsam mit Philip-Conrad Imhof.

Musik zaubert magische Momente, in denen sie Menschen verwandelt. Tatjana Beer zum Beispiel. Eine zarte und eher zurückhaltende Persönlichkeit, entwickelte sie ungeahnte Leidenschaft bei ihrer beeindruckenden Darbietung. Das „Allegro molto“ aus Franz Schuberts „Sonatinen“ und der spanische Tanz aus Manuel de Fallas impressionistisch beeinflusster Oper „La vida breve“ zeigte sie als temperamentvolle Violin-Virtuosin. Felix Krüger begleitete sie am Klavier.

Philipp Stremlau mit Johannes Brahms’ Lied vom „Sonntag“ (Klavier: Claudia Bähr) und Lena Bundschuh, die Norah Jones’ träumerische Ballade „Don’t know why“ (Klavier: Lukas Kleitsch) auf dem Sopransaxophon interpretierte, rundeten den abwechslungsreichen Konzertabend ab.

Die jungen Künstlerinnen und Künstler können auch anders. Das Nonsens-Lied „Ich wollt, ich wär ein Huhn“ war zum Abschluss ein großer Lacherfolg.

Kein Zweifel: Die gezeigten Darbietungen erreichten ein bemerkenswert hohes Niveau. In Spieltechnik, Instrumentenbeherrschung und Ausdruck sind die jungen Meister schon sehr weit fortgeschritten. Die Schüler des Musikkurses von Studienrat Felix Krüger sind demnach gut gerüstet. Das ist auch ein Verdienst ihrer Instrumentallehrer: Josef Backi, Claudia Bähr, Katharina Cording, Arno Leicht, Ralph Schweizer und Christiane Stribel-Berge.

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